Ghee selber machen: Schritt für Schritt aus einem Pfund Butter

A jar of golden ghee, a wooden spoon of ghee and two blocks of butter on a saffron background

Die kurze Antwort: Für Ghee ungesalzene Butter in einem schweren Topf schmelzen und sanft köcheln lassen. Das Wasser verdampft, das Milcheiweiß sinkt nach unten und wird hellgolden, das Fett obendrauf wird klar. Bei 450 g dauert das etwa 20 bis 25 Minuten. Dann durch ein Mulltuch in ein sauberes, trockenes Glas abseihen.

Ghee ist Butter ohne Wasser und ohne Milcheiweiß. Übrig bleibt reines Butterfett mit einem milden, nussigen Geschmack. Ghee selber machen braucht einen Topf, eine Zutat und etwas Geduld. Wie geröstet es schmeckt, bestimmst du selbst.

Auf einen Blick
Zeit 20 bis 25 Minuten für 450 g
Hitze Niedrig bis mittel-niedrig
Ergibt Etwa 340 g Ghee aus 450 g Butter
Haltbarkeit Etwa 3 Monate im kühlen Schrank, im Kühlschrank länger

Das brauchst du

  • 450 g ungesalzene Butter
  • Einen schweren, hellen Topf, damit du die Farbe siehst
  • Ein feines Sieb, mit zwei Lagen Mulltuch oder einem Kaffeefilter ausgelegt
  • Ein sauberes, vollständig trockenes Glas mit Deckel

Nimm ungesalzene Butter. Das Salz bleibt zwar im Bodensatz zurück, aber es macht den Schaum schwerer zu lesen. Gute Butter ergibt gutes Ghee, also kauf die beste, die du bekommst.

So machst du Ghee

  1. Schmelzen. Die Butter in Stücke schneiden und im Topf bei niedriger bis mittel-niedriger Hitze schmelzen.
  2. Köcheln lassen. Sanft blubbern lassen. Während das Wasser verdampft, bildet sich oben weißer Schaum. Kaum rühren.
  3. Den Boden beobachten. Nach 15 bis 20 Minuten wird das Blubbern langsamer und leiser. Das Milcheiweiß sinkt und wird blassgolden.
  4. Bei Hellgold aufhören. Ist das Fett klar und der Bodensatz hellgolden, den Topf vom Herd nehmen. Es riecht nach Popcorn oder Karamell.
  5. Ruhen lassen. 2 bis 3 Minuten stehen lassen, damit sich die letzten Teilchen setzen.
  6. Abseihen. Das Fett langsam durch das ausgelegte Sieb ins Glas gießen. Den Bodensatz im Topf lassen.
  7. Abkühlen und verschließen. Abkühlen lassen, dann das Glas schließen. Bei Raumtemperatur wird Ghee weich und körnig. Das ist normal.
Drei Stufen beim Ghee: weißer Schaum, dann ruhiges klares Fett, dann hellgoldener Bodensatz. Bei Stufe drei abseihen

Ghee, geklärte Butter und braune Butter

Alle drei beginnen als Butter. Der Unterschied: wie lange du sie garst und was du behältst.

Geklärte Butter Ghee Braune Butter
Garen Geschmolzen, bis das Wasser weg ist Geköchelt, bis der Bodensatz hellgolden ist Gegart, bis der Bodensatz haselnussbraun ist
Milcheiweiß Entfernt Leicht geröstet, dann entfernt Bleibt drin
Geschmack Sauber, buttrig Mild, nussig Tief, nussig, Karamell
Am besten für Braten, Soßen Braten, Currys, Rösten im Ofen Backen, zum Schluss über das Essen

Gehst du über Hellgold hinaus, machst du braune Butter. Sie schmeckt tiefer, hält aber Tage statt Monate, weil das Milcheiweiß drin bleibt.

Warum Ghee so gut für hohe Hitze ist

Das Milcheiweiß in Butter verbrennt als Erstes, wenn die Pfanne heiß wird. Ghee hat kein Milcheiweiß mehr und verträgt deshalb viel mehr Hitze als Butter. Es ist ein gutes Fett zum scharfen Anbraten, zum Rösten im Ofen und zum Anrösten von Gewürzen für ein Curry. Und es behält den Buttergeschmack, den ein neutrales Öl nicht hat.

So bewahrst du Ghee auf

  • Schrank: in einem verschlossenen, trockenen Glas, fern von Wärme und Licht, etwa 3 Monate.
  • Kühlschrank: Dort hält es länger und wird fester. Vor dem Herauslöffeln etwas weich werden lassen.
  • Immer ein trockener Löffel: Wasser oder Essensreste im Glas lassen Ghee verderben. Nie mit einem nassen oder benutzten Löffel hinein.
  • Riechprobe: Riecht Ghee sauer oder nach alter Farbe, ist es verdorben. Wegwerfen.

Häufige Fehler

  • Zu viel Hitze: Das Milcheiweiß verbrennt, bevor das Wasser weg ist. Niedrig und langsam bleiben.
  • Zu viel rühren: Das mischt den Bodensatz wieder unter. Lass ihn sinken.
  • Ein nasses Glas: Schon ein paar Tropfen Wasser verkürzen die Haltbarkeit. Das Glas vollständig trocknen.
  • Zu schnell abseihen: Dann rutscht der Bodensatz mit durch. Langsam gießen und aufhören, wenn du unten ankommst.

Ghee mit Aroma

Nach dem Abseihen kannst du Ghee ein paar Minuten sanft mit ganzen Gewürzen erwärmen und noch einmal abseihen. Probier Kreuzkümmelsamen, eine Zimtstange oder ein paar Curryblätter. Nimm nur getrocknete Gewürze, damit kein Wasser hineinkommt. Für ein Kräuterfett, das weich und streichfähig bleibt, mach lieber eine Kräuterbutter.

Für eine langsame Variante ohne Aufsicht hält das NOIDS Herb Lab mit der Oil-Funktion abgeseihtes Ghee und ganze getrocknete Gewürze etwa 120 bis 180 Minuten lang auf 100 °C. Danach kühlt es von selbst ab. Durch das Filter Set in ein trockenes Glas abseihen.

Fragen

Wie lange dauert es, Ghee selber zu machen?

Etwa 20 bis 25 Minuten für 450 g ungesalzene Butter bei niedriger bis mittel-niedriger Hitze. Kleinere Mengen gehen schneller. Nimm den Topf vom Herd, wenn der Bodensatz hellgolden ist.

Wie viel Ghee bekommt man aus Butter?

Etwa 340 g Ghee aus 450 g Butter, also rund drei Viertel. Der Rest ist Wasser und Milcheiweiß, das beim Abseihen zurückbleibt.

Muss selbstgemachtes Ghee in den Kühlschrank?

Nein. In einem verschlossenen, trockenen Glas hält es im kühlen Schrank etwa 3 Monate. Im Kühlschrank hält es länger. Nimm immer einen sauberen, trockenen Löffel.

Kann ich Ghee aus gesalzener Butter machen?

Ja, aber ungesalzene ist besser. Salz macht den Schaum schwerer zu lesen, und du kannst später beim Kochen mit dem Ghee besser selbst würzen.

Was ist der Unterschied zwischen Ghee und geklärter Butter?

Geklärte Butter wird nur so lange geschmolzen, bis das Wasser weg ist. Ghee gart etwas länger, sodass das Milcheiweiß leicht röstet, bevor du es abseihst. Daher kommt der milde, nussige Geschmack von Ghee.